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Videomaterial Hühnermast
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Hühnermast
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im Mai 2007
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"33 Tage - Das kurze Leben der Masthühner"
Ein
Film über die Machenschaften in der deutschen Geflügelfleischproduktion
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Nicht
erst seit BSE und Schweinepest steht das zarte Fleisch der Hühner
bei uns hoch im Kurs. Etwa 350 Millionen Masthühner werden in
Deutschland jedes Jahr gegessen. Tendenz steigend. Doch über das
Leben dieser Tiere wissen wir vergleichsweise wenig.
Hühnerhaltung verbinden wir oft mit den in den Medien immer wieder
diskutierten Käfigbatterien. Doch die gibt es in der Hühnermast
überhaupt nicht. In Käfigen leben ausschließlich Legehennen. Geflügelmast
hingegen - egal ob Huhn, Pute oder Ente - findet grundsätzlich
in sog. Bodenhaltung statt. Während in Legebetrieben nur weibliche
Hühner gehalten werden, findet man in der Hühnermast beide Geschlechter
vor. Bodenhaltung, oder besser noch "Bäuerliche Bodenhaltung",
wie man es gerne bei Wiesenhof & Co. nennt, ist artgerecht...
sollte man meinen. Doch die Realität sieht anders aus. Der Begriff
"Bodenhaltung" weist zwar auf das Fehlen von Käfigen hin, doch
mit artgerechter Tierhaltung hat das sicher nichts zu tun. Denn
wenn 23 Hühner auf einem Quadratmeter leben müssen, bleibt jedem
Tier gerade mal ein Lebensraum von etwa 450 Quadratzentimetern.
Ein Huhn in einer Legebatterie hat aber einen gesetzlichen Anspruch
auf 550 Quadratzentimeter. Außer Tierwirten und Lobbyisten wird
kaum jemand bestreiten, dass es sich bei der Käfighaltung von
Legehennen um Tierquälerei handelt. Zu diesem Ergebnis kam auch
schon das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe im Jahre 1999
und entschied, dass die Haltung von Hühnern in Käfigen nicht mit
unserer Verfassung zu vereinbaren sei. Das daraus resultierende
Verbot dieser Haltungsform soll Anfang 2007 in Kraft treten. Die
Geflügelindustrie und die CDU setzen jedoch alles daran, dieses
Verbot auszuhebeln. Wenn aber 550 Quadratzentimeter nicht tiergerecht
sind, warum soll eine Haltung unter noch widrigeren Platzverhältnissen
besser sein? Nur weil die Gitter fehlen? Wohl kaum. 40.000 und
mehr Hühner in meist fensterlosen Hallen, die fünf Wochen lang
auf ihren eigenen Ausscheidungen verbringen und dann geschlachtet
werden, das hat mit Artgerechtigkeit gar nichts zu tun. Die Luft
ist angereichert mit Gefiederstaub. Ein Teil davon ist sog. Feinstaub,
der gerade in der letzten Zeit immer wieder für Diskussionen sorgt.
Und der gelangt meist ungefiltert in die Außenluft. Auch der Ammoniakgehalt
in der Atemluft der Hühner ist hoch. Ammoniak ist ein Reizgas,
es schädigt den ganzen Organismus.
Die Firma Astenhof ist nach eigenen Angaben die Nummer Zwei im
deutschen Hühnerfleischgeschäft. Die Nummer Eins ist Wiesenhof.
Doch eine Wiese haben klassische deutsche Masthühner nie gesehen,
weder bei Wiesenhof noch bei Astenhof. Und auch bei der Firma
Stolle oder allen anderen Geflügelfleischanbietern ist das so.
Hühnermast findet in großen Hallen statt. Und nur da - von den
wenigen Biohöfen und Nischenprodukten wie das Wiesenhof Weidehähnchen
einmal abgesehen.
Die Hühnerküken erblicken das Licht der Welt nicht in einem von
der Mutter gebauten Nest, sondern in einem künstlich beheizten
Brutschrank in sog. Brütereien. Kurz nach dem Schlupf werden die
Küken geimpft, sortiert, verladen und in die Masthallen transportiert.
Neben der Nahrungsaufnahme verbringen sie die ersten Tage mit
der Suche nach ihrer Mutter. Es ist davon auszugehen, dass das
Fehlen der Mutter die kleinen Tiere in eine enorme Stresssituation
versetzt.
Bereits jetzt beginnt das große Sterben. Tote Küken sind immer
wieder zwischen den Lebenden zu finden. Je nach Verantwortungsbewusstsein
der Tierwirte werden die toten Hühner mehr oder weniger regelmäßig
eingesammelt. Die Erfahrung zeigt aber, dass in etlichen Betrieben
massive hygienische Defizite vorzufinden sind.
Masthühner wachsen schnell. Verdammt schnell. Und das ist auch
so gewollt. Ihr kurzes Leben dauert nur knapp fünf Wochen. In
dieser Zeit werden sie auf rund 1,6 kg gemästet. Dabei steht das
Wachstum des Muskelfleisches im Vordergrund. Die Tiere wurden
so gezüchtet, dass das Brust- und Beinfleisch besonders schnell
wächst. Denn in diesem Geschäft kostet jeder Masttag bares Geld.
Je schneller die Tiere ihr Schlachtgewicht erreicht haben, desto
größer ist der Gewinn. Als Nebeneffekt tritt ab der 3. Mastwoche
die gefürchtete Beinschwäche auf. Die Knochen wachsen einfach
viel langsamer als das Muskelfleisch und sind bald schon nicht
mehr in der Lage, das hohe Körpergewicht zu tragen. Erst humpeln
die Hühner, dann liegen sie nur noch herum. Irgendwann können
sie gar nicht mehr aufstehen. Wenn die Tierhalter die erkrankten
Hühner nicht einsammeln und töten, verdursten sie. Und das passiert
öfter als man denkt.
Doch noch mehr Tiere erliegen den Herz-/Kreislauferkrankungen.
Die Ursache hierfür ist ähnlich gelagert, denn auch die inneren
Organe wachsen viel langsamer als das Muskelfleisch. Meist ist
das Herz nicht mehr in der Lage, den ganzen Körper mit Blut zu
versorgen. Es ist einfach zu klein. Über 40 % der Hühner, die
das Mastende nicht erleben, sterben an Herz-/Kreislauferkrankungen.
Die Todesrate in der Hühnermast liegt bei mindestens 5 %. Nicht
selten aber auch weit darüber. In Möckern und in Niederlehme betreibt
die Fa. Wiesenhof Hühnermastanlagen mit jeweils 1,6 Mio. Mastplätzen.
40.000 Hühner werden in jede der 40 Hallen eingestallt. Bei einer
5 %-igen Mortalitätsrate wären das 80.000 tote Hühner pro Mastdurchgang,
also zwei ganze Hallen. Trotz dieser unvorstellbaren Menge an
toten Hühnern ist das Geschäft lukrativ. Die Ausfälle sind von
vornherein mit einkalkuliert.
Zwar wirbt die Geflügelfleischindustrie mit der "ständigen tierärztlichen
Kontrolle" des Bestandes, doch das bedeutet nicht, dass einzelne
Tiere behandelt werden, wenn sie krank oder verletzt sind. Jedes
Hühnchen bringt dem Mäster nur wenige Cent Gewinn. Für einzelne
Individuen einen Arzt zu konsultieren ist da finanziell überhaupt
nicht tragbar. Kranke oder schwer verletzte Hühner werden durch
Genickbruch getötet - wenn sie Glück haben. Oft genug überlässt
man diese Tiere aber einfach sich selbst... und verstößt damit
gegen das Tierschutzgesetz. § 11 b dieses Gesetzes verbietet das
Züchten von Tieren, deren Dasein mit vermeidbaren Schmerzen und
Leiden einhergeht. Man spricht hier auch von den sog. Qualzuchten.
Nicht wenige Tierschutzverbände und Hühnerexperten sehen auch
in dem Masthuhn eine verbotene Qualzucht.
Beim klassischen Masthuhn handelt es sich um ein Tier, das innerhalb
kürzester Zeit auf ein maximales Gewicht gemästet wird. Dabei
bleibt die Gesundheit auf der Strecke. Ohnehin sind diese Hühner
nicht für ein langes Dasein geschaffen. Schlachtet man sie nicht
am Ende des Mastdurchgangs, wären es die zuchtbedingten Erkrankungen,
die ihr Leben beenden würden.
Videoprints Hühnermast
Verfügbares DV-Videomaterial (Screenshots) zum Thema Hühnermast.
Es handelt sich um mehrere Stunden Rohmaterial aus verschiedenen
Betrieben in ganz Deutschland.
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